Mbit/s vs. MB/s: Warum Ihr Download achtmal langsamer aussieht

Vom BytesToMbps-Team · Aktualisiert am 26. September 2026

Mbit/s bzw. Mbps (Megabit pro Sekunde) ist die Einheit von Internetanbietern und Speedtests; MB/s (Megabyte pro Sekunde) zeigen Download-Manager, Spiele-Launcher und Browser meist an. Weil ein Byte 8 Bit hat, teilen Sie Mbps durch 8, um MB/s zu erhalten: Ein Anschluss mit 100 Mbit/s lädt mit höchstens 12,5 MB/s.

Warum dieselbe Verbindung zwei Zahlen zeigt

Es ist alles in Ordnung, wenn Ihr Anschluss mit 250 Mbit/s einen Download mit 29 MB/s zeigt. Beide Werte messen denselben Datenstrom, nur in unterschiedlichen Einheiten:

  • Anbieter und Speedtests zählen Bit. Eine Verbindung schickt einen Strom von Bits über Kabel oder Funk, deshalb wird Geschwindigkeit im Netzwerk seit jeher in Bit pro Sekunde gemessen. Tarife, Produktinformationsblätter und Speedtest-Ergebnisse verwenden Mbit/s oder Gbit/s.
  • Apps zählen Byte. Dateien werden in Byte gespeichert und bemessen, also meldet Software, die eine Datei auf die Festplatte schreibt, wie viele Byte pro Sekunde ankommen: kB/s, MB/s oder GB/s.

Der ganze Unterschied steckt im Großbuchstaben. b ist ein Bit, B ein Byte, und 1 B = 8 b. Also gilt 1 MB/s = 8 Mbps, und 250 Mbps ÷ 8 = 31,25 MB/s – mehr kann dieser Tarif in einer Download-App vor Abzug des Overheads nicht zeigen.

So sieht Ihr Tarif in einer Download-App aus

TarifBestwert in MB/sBei 90 % Effizienz
16 Mbit/s (DSL 16000)2 MB/s1,8 MB/s
50 Mbit/s6,25 MB/s5,6 MB/s
100 Mbit/s12,5 MB/s11,25 MB/s
250 Mbit/s31,25 MB/s28,1 MB/s
500 Mbit/s62,5 MB/s56,25 MB/s
1 Gbit/s (1.000 Mbit/s)125 MB/s112,5 MB/s

Die Spalte „Bestwert“ ist schlicht durch 8 geteilt. Echte Downloads verlieren etwas Kapazität an Protokoll-Overhead und teilen sich die Leitung mit anderen Geräten. Die Spalte mit 90 % – derselbe Wert, den der Download-Zeit-Rechner als optionale Effizienz anbietet – liegt daher näher an dem, was eine gute Verbindung zeigt. Für andere Werte nutzen Sie den Umrechner Mbps in MB/s.

Die Zahlen auf typischen Bildschirmen lesen

  • Spiele-Launcher und Browser zeigen meist MB/s. Multiplizieren Sie mit 8, um mit Ihrem Tarif zu vergleichen: Ein Launcher mit 55 MB/s zieht 440 Mbps.
  • Speedtest-Seiten zeigen Mbit/s, dieselbe Einheit wie Ihr Tarif – das Ergebnis lässt sich direkt vergleichen. Der Speedtest-Check übernimmt diesen Vergleich für Sie.
  • Router- und Systemmonitore sind unterschiedlich. Viele zeigen den Netzwerkverkehr in kbit/s oder Mbit/s, während Kopierfenster auf demselben Computer MB/s anzeigen. Achten Sie vor dem Vergleich auf Groß- und Kleinschreibung.
  • Manche Tools verwenden binäre Einheiten wie MiB/s (Mebibyte pro Sekunde), teils trotzdem mit „MB/s“ beschriftet. 1 MiB/s = 8,388608 Mbps, rund 5 % mehr als 1 MB/s – ein Wert aus einem solchen Tool ergibt also etwas mehr Mbps.

Schreibweisen wie „Mb/s“, „Mbit/s“ oder „MBit/s“ bedeuten dasselbe wie Mbps; in Deutschland ist Mbit/s die übliche Form, diese Website schreibt Mbps. „MBps“ steht dagegen für Megabyte pro Sekunde, ist aber leicht zu verwechseln – deshalb schreibt diese Website MB/s.

Ist mein Download langsam? Ein schneller Check

Nehmen Sie den MB/s-Wert Ihres Downloads, multiplizieren Sie mit 8 und teilen Sie durch Ihre Tarifgeschwindigkeit:

Anteil am Tarif = (MB/s × 8) ÷ Tarif in Mbps
55 MB/s bei 500 Mbit/s = 440 ÷ 500 = 88 %

88 % an einem Computer mit LAN-Kabel ist ein gesundes Ergebnis. Ergibt dieselbe Rechnung 30 oder 40 %, kann der Engpass das WLAN, eine ausgelastete Leitung oder der Server sein, von dem Sie laden. Ein einzelner Download ist nur so schnell wie der Server, der ihn schickt; ein langsamer Download beweist also wenig. Ein Speedtest zu einem nahe gelegenen Server ist der bessere Check.

Auch die umgekehrte Rechnung ist nützlich. Um zu wissen, welchen Wert ein Tarif zeigen sollte, teilen Sie durch 8: Bei einem Gigabit-Tarif endet ein Test per Kabel wegen des Ethernet-Overheads meist bei rund 940 Mbps, das sind 117,5 MB/s in einer Download-App. Für MB/s-Werte jeder Größe übernimmt der Umrechner MB/s in Mbps die Multiplikation.

Warum Anbieter nicht einfach MB/s verwenden

Bit pro Sekunde ist die Standardeinheit der Datenübertragung – in Netzwerktechnik, Normen und Regulierung, und das schon lange vor dem Breitband-Internet. Regulierer legen ihre Werte darin fest (die US-Behörde FCC etwa 2024 ein Breitband-Mindestmaß von 100 Mbps Download und 20 Mbps Upload), und alle Tarife eines Marktes verwenden sie, damit sie vergleichbar bleiben. Die größere Zahl ist ein Nebeneffekt, kein Trick – aber sie bedeutet, dass Sie den Faktor 8 brauchen, sobald Sie einen Tarif mit einer Datei vergleichen.

Wenn schon Bit und Byte an sich verwirrend sind, erklärt Bit vs. Byte, woher die 8 kommt und warum Speicher in Byte rechnet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mbit/s (Mbps) heißt Megabit pro Sekunde (Tarife, Speedtests); MB/s heißt Megabyte pro Sekunde (Download-Apps).
  • Mbps durch 8 teilen ergibt MB/s, MB/s mal 8 ergibt Mbps. 100 Mbit/s = 12,5 MB/s.
  • Kleines b ist ein Bit, großes B ein Byte. MiB/s ist eine binäre Einheit: 1 MiB/s = 8,388608 Mbps.
  • Um einen Download zu beurteilen, rechnen Sie ihn in Mbps um und vergleichen ihn mit dem Tarif; per Kabel sind etwa 85 % oder mehr gesund.

Häufige Fragen

Ist 1 MB/s dasselbe wie 1 Mbit/s?

Nein. 1 MB/s (Megabyte pro Sekunde) ist achtmal so schnell wie 1 Mbit/s (Megabit pro Sekunde): 1 MB/s = 8 Mbps.

Wie viel MB/s sind 100 Mbit/s?

Höchstens 12,5 MB/s. Gehen rund 10 % an den Overhead, sehen Sie bei einer guten Verbindung etwa 11 MB/s in der Download-App.

Warum lädt mein Gigabit-Anschluss mit etwa 110 MB/s?

1 Gbit/s sind höchstens 125 MB/s. Der Ethernet-Overhead begrenzt einen Test per Kabel auf rund 940 Mbps, also 117,5 MB/s, und anderer Verkehr oder der Server können noch etwas abziehen.

Quellen

Verwandte Umrechnungen

Siehe auch